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Das kosmopolitische Ideal von Koen Vanmechelen

Koen Vanmechelen, Nato a Venezia, Open University of Diversity, 54th Venice Biennale, 2011 - photo Stoffel Hias ©Koen Vanmechelen
Das kosmopolitische Ideal von Koen Vanmechelen

Koen Vanmechelen (1965, Belgien) arbeitet mit lebenden Tieren und verschiedensten Medien. Ausgangspunkt seiner vielseitigen Kunstwerke - darunter Gemälde-, Fotografie-, Video- und digitale Arbeiten, Glasobjekte, Performances, Installationen und Tierpräparate - ist und bleibt das Huhn und sein Ei.  „Kunst baut eine Brücke zwischen den Arten. Ich brauche das lebende Material in meiner Arbeit... Federn, Eier und Körner“.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Genetik entwickelt Vanmechelen aktuell ein Projekt, das sogenannte Cosmopolitan Chicken Project (CCP). Er kreuzt Hühner verschiedener nationaler Rassen, um das „ultimative kosmopolitische Huhn“ zu erschaffen, eines, das die Gene der ganzen Welt in sich vereint.

Koen Vanmechelen, Open University of Diversity, Hasselt Studio, 2014 - photo Cary Markerink ©Koen Vanmechelen

Das Projekt soll zu einem moralischen Appell werden, Verkörperung des multikulturellen Ideals. Außerdem soll es die physischen Vorzüge biologischer Vielfalt aufzeigen. Seit der ersten Kreuzung des Mechelse Koekoek und dem französischen Poulet de Bresse im Jahr 2000, verwendet Vanmechelen CCP als Mittel, das gegenseitige Verstehen zwischen den Völkern zu fördern.

Vanmechelen befindet sich mit dem Cosmopolitan Chicken Research Project (CC®P) an der Grenze von Kunst und Wissenschaft. Er arbeitet zusammen mit Experten auf dem Gebiet der Genetik, Fruchtbarkeit und Bioingenieurwissenschaften, um die DNS der gekreuzten Hühner und den möglichen Anstieg der genetischen Vielfalt zu untersuchen. Vanmechelen bezieht momentan auch andere Arten wie Kamele, Lamas, Strauße und Emus ein. 2018 werden sie nach La Biomista, in einen ehemaligen Zoo in Genk ziehen. ‚Alle Arten sind verwandt und mit einander verbunden, Teil eines Universums.‘ 

Koen Vanmechelen, Mechelse Orloff, 13th generation C.C.P., Against Exclusions, Moscow Biennale of Contemporary Art, 2009 - photo Stoffel Hias

Von 2018 an wird Vanmechelen sein neues Atelier La Biomista beziehen, das sich im ehemaligen Zoo von Zwartberg, Genk befindet. La Biomista - wortwörtlich übersetzt mit ‚gemischtes Leben‘ - wird der Hauptsitz sein, neben Ateliers anderer Künstler in Detroit und Havanna. Er beschreibt es als „einen biokulturellen Tempel und Multiplikator aktiver und lebender Kunst und als den philosophischen Grundgedanken, auf dem seine Kunst aufbaut“.

Vanmechelen will aufzeigen, wie wir alle miteinander verwandt, verbunden und Teil eines Universums sind. Er arbeitet mit der Vorstellung, dass der Mensch Teil eines planetarischen Superorganismus ist, biokulturell verbunden mit allen anderen Arten, von denen einige von herausragender Bedeutung für unser Überleben sein können. 

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