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Ecovention Europe, Art to Transform Ecologies, 1962-2017

N55, Open City, 2013
Ecovention Europe, Art to Transform Ecologies, 1962-2017

Von Sue Spaid

2002 co-kuratierten Amy Lipton und ich Ecovention: Current Art to Transform Ecologies für das Contemporary Arts Center in Cincinnati, US. Wir haben Ecovention ins Leben gerufen, um Kunstwerke zu kategorisieren, die erfinderische Lösungen zu ökologischen Projekten anbieten, sowie darauf ausgerichtet sind zu demonstrieren, dass Künstler sich nicht nur neue Möglichkeiten vorgestellt, sondern ihre Ideen implementiert haben und Resultate hieraus erwarten.

Während die Künstler von heute die zukünftigen Werkzeuge in bisher ungeahnter Weise entwickeln, implementierten Designer und Regierungen während der ersten drei Dekaden der Bewegung die von Künstlern generierten ökologischen Strategien. Heutzutage beschäftigen sich Künstler tagtäglich mit sozialer Skulptur, partizipativer Kunst und Medien/Technologie. Alle künstlerischen Praktiken wurden ursprünglich während der siebziger Jahre von Künstlern im Rahmen der Implementierung von "Ecoventions" entwickelt.

N55, Parkcycle Swarm, 2013

Ecovention Europe: Art to Transform Ecologies, 1962-2017, co-kuratiert von Roel Arkesteijn, ist eine neue Ausstellung, 2017 im Museum De Domijnen. Obwohl diese Ausstellung die Zielsetzung mit der früheren Ausstellung teilt, lässt sie erkennen, dass wir uns in einer neuen künstlerischen Ära mit anderen ökologischen Belangen befinden.

Ecovention Europe
ist ein historischer Überblick von Ecoventions, der aus über 40 Künstlern und Kollektiven aus 16 Ländern, die mit verschiedenen Medien auf Europas Umweltkrise fokussiert arbeiten, zusammengestellt ist. Obwohl europäische Künstler auf diese Weise bereits über 55 Jahre gearbeitet haben, wird Ecovention Europe Europas erste Ausstellung sein, die reale, in 17 Ländern implementierte Projekte von Künstlern zeigt, deren Zielsetzungen in erster Linie ökologisch geprägt sind. Neun der 40 ausstellenden Künstler nahmen bereits an der Ausstellung im Jahr 2002 teil.

N55, Walking House, 2008

Die Ausstellung ist in acht verschiedene Sektionen eingeteilt: 1) Einführung; 2) Aktivismus zu öffentlichen Angelegenheiten und zur Beobachtung von ökologischen Problemen; 3) Erneute Werte/Leben mit Ödland; 4) Biodiversität/Erhaltung aussterbender Spezies; 5) Urbane Infrastruktur/Umweltgerechtigkeit; 6) Wiedergewinnung und Wiederherstellung; 7) Nahrungsmittelsicherheit; 8) Klimawandel; und 9) Oikos.  Jede Kategorie wird durch einige Ecoventions repräsentiert, die vom Museum de Domijnen an Standorten in Sittard in Auftrag gegeben wurden.

Als öffentliche site-specific Arbeiten verlangen Ecoventions von den Künstlern, Politikern, Wissenschaftlern, Aktivisten und lokalen Interessenvertretern Engagement, sowie ihre Implementierung und langfristige Instandhaltung mit einzubringen.

Das dänische Kollektiv N55, 1994 vom Kopenhagener Künstler Ion Sørvin mitbegründet, hat erwiesenermaßen neue Impulse für die Macht des Volkes, erneuerbare Ressourcen und öffentlichen Erfindergeist zur Lösung von Problemen in der urbanen Infrastruktur, sowie zur Minimierung von Umweltungerechtigkeit gegeben.

N55, Snail Shell System 2001

Anfänglich auf "do it yourself"-Strukturen und die Entwicklung von Überlebensstrategien fokussiert, verwandelte sich N55s Vision innerhalb von drei Jahren in eine globale Bewegung. Lange bevor Richard Stallman die Copyleft-Revolution mit seinem 1999 erschienenen Buch Open Sources: Voices from the Open Source Revolution, ins Leben rief, veröffentlichte N55 seine "how-to"-Anleitungen online, Bürger dazu aufrufend, ihre Arbeiten unentgeltlich herzustellen, solange die Hersteller N55 entlasteten.

2003 hatten sie dann genug Anleitungen in Umlauf gebracht, um ein Buch zu publizieren. Seitdem spezialisierten sie sich in erster Linie auf urbane Infrastruktur. Mit der Vorstellung, dass Stadtbewohner Zugang zu Land und Wasser benötigen, bauten sie unter Verwendung von Standardbauteilen das Snail Shell System (2001). Sie konstruierten das Walking House (2006-2008) in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Sinti/Roma in Großbritannien. Um die Beständigkeit, einfache Herstellung und Wiederverwendung zu optimieren, bauten sie das Laser-geschnittene Spaceplates Greenhouse (2011). Für Ecovention Europe werden sie das Bicycle That Cleans Air bauen, eine weitere revolutionäre Aktion, um das Stadtleben zu optimieren.

Sue Spaid, Autorin und Kuratorin, ist eine der Sprecherinnen des Internationalen Forums von sculpture network.

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