Thomas Schütte

Mediadaten 2017

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Ein mehrdeutiger Unterton - Keine direkten Antworten

Thomas Schütte, United Enemies, 2010 - photo Nic Tenwiggenhorn Bildupphovsrätt
Ein mehrdeutiger Unterton - Keine direkten Antworten

Thomas Schütte (Deutschland, 1954) beschreibt sich selbst als Seismograph, der Phänomene um sich herum aufzeichnet. Seine Arbeiten berühren endlose Fragen bezüglich des Zustandes der Menschheit - Freiheit und Verantwortlichkeit, Macht und Verwundbarkeit. Das Vertraute wird neben das Monumentale und Autoritäre gestellt.

Das Moderna Museet zeigt jetzt sein Werk in einer großen Ausstellung. Die Ausstellung United Enemies nimmt die Werke der letzten zwei Dekaden als ihren Ausgangspunkt. Schüttes figürliche Skulpturen vermischen die öffentliche Bühne mit der Privatsphäre. Beständig alternierend zwischen verschiedenen Skalierungen und Materialien, kombiniert er kleine Knetfiguren mit riesigen Bronzeskulpturen.

Thomas Schütte, One Man House III, 2005 - photo Wilfried Petzi

Fragmentarische Figuren in Stahl und Aluminium werden neben Glasskulpturen, Drucken, Aquarellen und Architekturmodellen präsentiert. Der Ausstellungstitel, United Enemies, bezieht sich auf die Arbeiten, bei denen Schütte zwei Figuren zusammengebunden hat. Die Figuren sind ihre gegenseitigen Gefangenen - oder vereinte Feinde. Mehrdeutigkeit charakterisiert auch die Arbeit Vater Staat (2010), die wie eine mächtige Vaterfigur draußen vor der Eingangstür des Moderna Museet steht. Die Skulptur ist zugleich autoritär und verwundbar, monumental und handlungsunfähig.

“Thomas Schüttes künstlerische Praxis leistet Widerstand. Seine Arbeiten haben oft einen indirekten politischen mehrdeutigen Unterton. Dieser enthält Konflikte, und liefert keine direkten Antworten. Seine Bildsprache ist durch eine einzigartige Kombination aus Melancholie und Humor charakterisiert. Seine Arbeiten enthalten selten nur das Eine oder das Andere, das Gute oder das Schlechte. Das Leben scheint aus dem Gleichgewicht geraten”
, sagt die Kuratorin, Matilda Olof-Ors.

Thomas Schütte, Pringles, 2011 - photo Luise Heuter

Thomas Schütte hat ein Repertoire aus Motiven, Formen und Themen aufgebaut, das er recycelt und fortentwickelt. Die zentralen Werke in der Ausstellung - seine monumentalen Skulpturen United Enemies (2011) - gehen aus einer zwei Jahrzehnte früher entstandenen gleichnamigen Serie in erheblich kleinerem Format hervor. Einige seiner hier gezeigten Arbeiten scheinen mit diesen kleineren United Enemies in Zusammenhang zu stehen, inklusive der frühen Installation With Tears in My Ears (1989), der Bronzeköpfe Wichte (2006) sowie den vier Fratelli Büsten (2012) der Sammlung des Moderna Museet.

Architektonische Modelle verschiedener Art spielen eine Schlüsselrolle in Thomas Schüttes gesamtem Werk. Er hat beispielsweise ein Modell eines Museums mit gewaltigen Schornsteinen gebaut, welche diesem die Erscheinung eines Kunstkrematoriums verleihen sowie seinen eigenen fiktiven Grabstein in Form eines monumentalen Bushäuschens entworfen.

Thomas Schütte, Bronzefrau Nr.7, 2001 - photo Mathias Johansson

Zeichnungen der Modelle aus der Zeit von 1980-2006 sind in dem Portfolio Architektur Modelle (2006) versammelt. Einige dieser Modelle offenbaren, wie Schütte den Materialien zugesteht, den Entwurf zu formen, wie in One Man Houses (2003-05), in denen Schütte Teile von industriell hergestellten Lüftungssystemen dazu verwendet, Gebäude zu gestalten. Oder wie in Pringles (2011), wo ein Kartoffelchip auf einer Streichholzschachtel platziert ist, als frühe Version des Skulpturenhalle-Gebäudes, der Thomas Schütte-Stiftung und der Skulpturenhalle, die erst kürzlich außerhalb von Düsseldorf eröffnet wurde.

Thomas Schütte: United Enemies
Kuratorin: Matilda Olof-Ors
Bis 15.01.2017

Moderna Museet

Stockholm, Sweden

www.modernamuseet.se

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