Artscape Nordland

Mediadaten 2017

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Niederreißen der Erwartungen, was Kunst ist und was sie ihm öffentlichen Raum sein sollte

Anish Kapoor, The Eye in Stone, 1998 - Lødingen Municipality - photo Trym Ivar Bergsmo
Niederreißen der Erwartungen, was Kunst ist und was sie ihm öffentlichen Raum sein sollte

Artscape Nordland ist ein internationales Kunstprojekt, an dem dazu eingeladene Künstler aus 19 Ländern teilnehmen. Sie haben eine Freiluftsammlung von 36 Skulpturen in ebenso vielen Gemeinden im Norden Norwegens erschaffen. All diese Werke zeigen die Entwicklung von Skulpturkunst im Laufe der vergangenen sechs Jahrzehnte. Dies ist eine Zeitspanne, in der sich unser Verständnis davon, was ein Kunstwerk ist, geweitet hat, und den Ort, an dem das Kunstwerk steht, integriert hat.

Das Projekt begann im Jahr 1992 als eine Mischung aus einem ortsspezifischen Projekt und einer Museumssammlung. Die Problematik von Zentrum vs. Peripherie war ein essentielles Thema. Wie könnte ein entlegenes Randgebiet einen Raum erschaffen, der öffentliche Aufmerksamkeit erhält und dadurch dazu beitragen, dass sein Gebiet durch zeitgenössische Kunst sichtbar wird?

Sissel Tolaas, House of Winds, 1994 - Alstahaug Municipality - photo Vegar Moen

In den 1990er Jahren hat das Projekt einige Debatten vor Ort und in der Region hervorgerufen. Einige waren der Überzeugung, dass die Natur Nordlands keine Kunstwerke brauche. Andere waren dagegen, öffentliche Gelder für Kunst auszugeben. Ein weiteres Argument gegen den internationalen Charakter dieses Projekts war, dass Touristen doch lieber Kunst sehen wollten, die von Künstlern aus der Region erschaffen wäre.

Von den 36 beteiligten Künstlern stammen 19 aus den skandinavischen Ländern, von diesen sind wiederum 7 aus Norwegen und die 17 verbleibenden stammen von überall auf der Welt. Die Idee hinter dieser Auswahl war, eine starke skandinavische und norwegische Präsenz aufzubauen, um die Kultur dieser Länder zu präsentieren, aber man wollte das Konzept auch auf die weltweite Kunstszene ausdehnen.

Bjørn Nørgaard, The Stone Church, 1995 - Evenes Municipality - photo Vegar Moen

Jeder Künstler ist dazu eingeladen, sich gezielt einen Standort in einer vorher ausgewählten Gemeinde zu suchen. Am Entstehungsprozess des Kunstwerks sind auch die örtlichen Gastgeber des Künstlers beteiligt, die verschiedene Möglichkeiten aufzeigen. Nach einer ersten Begehung reicht der Künstler einen Entwurf der Arbeit ein, der von einer kleinen Arbeitsgruppe untersucht wird. Es geht darum, ob der vorgeschlagene Standort geeignet ist und ob es ökonomisch und technisch möglich ist, das Kunstwerk umzusetzen. Vor allem die Frage, ob das Kunstwerk die harschen Klimabedingungen der Region aushalten würde sorgt zu diesem Zeitpunkt für großes Bedenken.

Gediminas Urbonas, Four Exposures, 1993 - Saltdal Municipality - photo Werner-Zellien

Nun, da die Skulpturen Teil der örtlichen Szenerie geworden sind, betrachten die Anwohner sie als ihr Eigen. Viele Gemeinden sind sehr glücklich darüber, dass sie an dem Projekt teilgenommen haben. In manchen von ihnen ist die Skulptur sogar zu einem Symbol geworden.

Neben anderen Aspekten stehen bei den Werken folgende Themen im Zentrum: Natur im Dialog mit Kultur; architektonische Strukturen und ihre Beziehung zur Anwesenheit der Besucher; der menschliche Körper in der Landschaft; ortsbezogene kulturelle Artefakte, die in neue Verhältnisse gesetzt werden; Prozesse, die sich mit Zeit beschäftigen; Darstellungen von kulturellen Einrichtungen (Tempel, Museen, Studios) und Eingriffe in die Landschaft, die das vorher übersehene entweder offensichtlich machen oder die eine Situation erschaffen, die eine dauerhafte Interaktion mit dem Standort ermöglicht.

Skulpturlandskap Nordland
Norwegen

www.skulpturlandskap.no

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