Damien Hirst’s Collection

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Gavin Turk: Wer Was Wann Wo und Warum

Gavin Turk, Who What When Where How & Why - © Victor Mara Ltd. - photo Prudence Cuming Assoc.
Gavin Turk: Wer Was Wann Wo und Warum

Newport Street Gallery ist die Realisierung von Damien Hirsts langfristig geplantem ambitioniertem Projekt, Murderme, der  Kollektion mit über 3000 Kunstwerken, die er seit den späten 80er Jahren aufgebaut hat, um sie zusammen mit Naturgeschichte, Präparaten, anatomischen Modellen und historischen Objekten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter den ausgewählten Künstlern befinden sich Francis Bacon, Banksy, Tracey Emin, Richard Hamilton, Jeff Koons, Sarah Lucas, Pablo Picasso, Richard Prince, Haim Steinbach und Gavin Turk sowie eine Anzahl von jungen und aufstrebenden Künstlern und eine bemerkenswerte Kollektion indigener Künstler der Nord-Westküste des Pazifiks. Die Galerie,  die von dem 2016 mit dem RIBA Stirling Prize ausgezeichneten Architekten Caruso St John entworfen wurde, wurde im Oktober 2015 eröffnet und beherbergt aus Hirsts Kunstsammlung entnommene Einzel- sowie Gruppenausstellungen.

Gavin Turk, Who What When Where How & Why - © Victor Mara Ltd. - photo Prudence Cuming Assoc.

Newport Street Gallery präsentiert momentan Who What When Where How and Why, eine größere Einzelausstellung des Britischen Künstlers Gavin Turk (UK, 1967). Hirst hatte Turks Arbeiten zum ersten Mal 1991 auf seiner Abschlussausstellung des Royal College entdeckt und begann 1998 seine Arbeiten anzukaufen. "ich fing vor zwanzig Jahren an, Gavins Arbeiten zu sammeln. Er ist ein unglaublich potenter Künstler; seine Arbeiten beschäftigen sich mit Sprache und den Räumen zwischen den Dingen -  es geht um Identität und darum, jemand und niemand zu sein. Er spielt mit unseren Vorurteilen, mit dem was vorhanden und nicht vorhanden ist, davon, was Kunst ist und wie sie funktioniert."

Seit den frühen 90ern hat Turk während seiner Karriere der Erforschung der Vorstellung von Autorenschaft, Identität und Wert viel Zeit gewidmet. Seine Arbeit richtet den Fokus auf den Anti-Helden, das Recyceln von Kunstgeschichte, Verschwenden und Ablehnen, die Signatur und bemalte Bronze.

Gavin Turk, Who What When Where How & Why - © Victor Mara Ltd. - photo Prudence Cuming Assoc.

Komplett Damien Hirsts Kollektion entnommen, umspannt Who What When Where How and Why sechsundzwanzig Jahre der Karriere des Künstlers, und zeigt über siebzig Arbeiten. Diese Bestandsaufnahme beinhaltet die mittlerweile ikonische Installation Cave mit dem blauen Schild, die 1991 auf Turks Abschlussausstellung am Royal College zu sehen war. Eine Serie von Signatur-Arbeiten, für die Turk seinen eigenen Namen in Form von Readymades verwendete, um Vorstellungen um Herkunft und Authentizität zu untersuchen, ist ebenfalls darunter. Die Signatur des Künstlers, das traditionelle Gütesiegel von Kompetenz und Herkunft, durchzieht die gesamte Ausstellung. Es taucht  auf Leinwänden von Turks Pollock-Malerei auf. Die Farbspritzer des abstrakten Expressionisten werden durch unzählige "Gavin Turk"-Signaturen ersetzt.

Turks Aufstellung seiner eigenen Familienbilder spielt eine ähnlich zentrale Rolle in seinem Oeuvre. Identity Crisis (1994), bildet ein Hello!-Magazin-Cover ab, auf dem der Künstler mit seiner Familie zu sehen ist.  Pop (1993) indes stellt eine lebensgroße Wachsarbeit von Turk dar, der die Pose von Warhols Elvis in Gestalt des Englischen Punkrockers Sid Vicious innewohnt. Diese Studie von Promi-ikonen und Kommerzialisierung von Kultur war ebenfalls 1997 in der bahnbrechenden Royal Academy-Ausstellung Sensation zu sehen.

Gavin Turk, Who What When Where How & Why - © Victor Mara Ltd. - photo Prudence Cuming Assoc.

Wo auch immer, weisen Ebenen kunstgeschichtlicher Anspielungen und "recycelte" Hinweise in Turks Arbeiten hin, wie in seinen Interpretationen von Warhols Elvis sowie der Disaster-Serie von Drucken, und Pipe (1991), einer Lakritzversion des traditionell männlichen Rauchutensils - in Bronze gegossen - das auf Margrittes berühmte The Treachery of Images (1929) anspielt und gleichzeitig auf Van Gogh verweist. Von Künstlern wie Michelangelo Pistoletto beeinflusst, ist Turks Manipulation von Materialien über die ganze Ausstellung hinweg offensichtlich, wie z. B. seine in Bronze gegossenen Mülltüten sowie seine größere skulpturale Arbeit Ariadne (2006–2014). Diese großformatige Bronze bildet die klassische weibliche Figur ab, neu dargestellt in Giorgio de Chiricos surrealen Bildern, als wäre sie aus grob geschnitztem Styropor gestaltet. Darüberhinaus entlarvt sie die fetischisierte kunstgeschichtliche Gestalt.

Video courtesy of Newport Street Gallery

Gavin Turk: Who What When Where How & Why
Bis 19.03.2017

Newport Street Gallery

London, UK
newportstreetgallery.com

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