Die Udo und Anette Brandhorst Sammlung

Mediadaten 2017

Download PDF

Newsletter abonnieren

sculpture network veröffentlicht monatlich einen Newsletter auf deutsch und englisch.
Er informiert zu laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur in Europa und zu den Veranstaltungsreihen von sculpture network.

Newsletter abonnieren

Sollten Sie eine Auflage verpasst haben können Sie hier nachlesen.

Eine archäologische Studie der Gesellschaft und ihre Folgen

Cy Twombly, In the Studio, 2017 - photo Johannes Haslinger ©Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst / Cy Twombly Foundation
Eine archäologische Studie der Gesellschaft und ihre Folgen

Die Urenkelin von Henkels Gründer, Anette Brandhorst, und ihr Mann Udo Fritz begannen 1971 gemeinsam mit dem Sammeln von Kunst. Am Anfang lag der Fokus ihrer Kollektion auf Werken der klassischen Moderne von Künstlern wie Joan Miró, Pablo Picasso und Kazimir Malevich. Jedoch verlagerte das Paar dann seine Aufmerksamkeit auf die jüngste Epoche der Kunstgeschichte. Sie stifteten der 1993 gegründeten Brandhorst-Stiftung ihre Kollektion. In ihrer Funktion als Stiftung öffentlichen Rechts, stellt ihr Fundus an Schenkungen ein langfristiges Programm zum Ausbau der Kollektion sicher.

Der Freistaat Bayern ließ das 2009 eröffnete Museum Brandhorst erbauen. Seitdem sind die Bayrischen Staatsgemäldesammlungen für die Erhaltung, Präsentation und Forschungstätigkeiten der Kollektion zuständig.

Cy Twombly, In the Studio, 2017 - photo Johannes Haslinger ©Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst / Cy Twombly Foundation

Das Museum Brandhorst entwickelt ein bedeutendes internationales Ausstellungsprogramm, in dessen Rahmen zahlreiche Stücke aus der Sammlung ausgestellt werden. Eine der momentanen Ausstellungen ist die retrospektive Auswahl von Cy Twomblys Oeuvre (USA, 1928–Italien 2011). Mit mehr als 220 Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden, zeigt die Brandhorst-Sammlung einen einzigartigen Überblick auf Cy Twomblys künstlerische Entwicklung.

Zum ersten Mal seit der Eröffnung der Sammlung werden alle 18, zur Brandhorst-Sammlung gehörenden Skulpturen, ausgestellt. Unter anderen, eine Sammlung alltäglicher Gegenstände, inklusive eines Besenstiels, einer Messlatte, sowie Rückständen aus Wein- und Olivenölflaschen. Twombly verwendet diese "bescheidenen" Materialien, um einen umfassenden Blick auf die Traditionen und Epochen der Kunstgeschichte zu werfen, der von archaischen Kuroi und antiken Inschriften bis hin zu Bewegungen der Moderne wie Dada und Arte Povera ausgreift.

Cy Twombly, In the Studio, 2017 - photo Johannes Haslinger ©Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst / Cy Twombly Foundation

Zusammen mit Cy Twomblys Retrospektive und Wade Guytons neuer Serie von Gemälden, zeigt die Ausstellung "Schiff Ahoy" eine von Patrizia Dander kuratierte Auswahl von ungefähr 150 Arbeiten der Brandhorst-Sammlung.

"Schiff Ahoy"
bildet einen Kontrapunkt, indem Arbeiten aus der Minimal Art, Arte Povera und der konzeptionellen Kunst zum Ausgangspunkt genommen werden. Während dieser Zeit, experimentierten Künstler mit neuen Materialien, Produktionsmethoden und Arbeitsumgebungen, aber auch mit neuen Konzeptionen des Körpers. Sie stellten die statische und endgültige Natur eines Werks in Frage, in dem auf aggressive Weise der Betrachter in seiner Rolle konfrontiert wurde, und man sich mit alternativen künstlerischen Formaten von Vertriebskanälen beschäftigte.

Georg Herold, Ohne Titel (Enough), 1988 - photo Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemälde sammlungen, Museum-Brandhorst ©VG Bild Kunst, Bonn, 2016

Jenseits jeglicher inhaltlicher Parallelen, die die momentanen künstlerischen Arbeiten mit denen ihrer Vorreiter verbindet, besteht ein Interesse an der Re-Interpretation historischer Vorläufer. Die Aufbietung (kunst)geschichtlicher Kontexte bestimmt die Auswahl der Werke für die heutige Ausstellung.  Deshalb betont die "Sitzgruppe Heimo" von Franz West und Heimo Zobernig (1996) die vermeintliche Theatralik der Minimal Art. Das Werk lädt dazu ein, über eine Anzahl von Fragen auf eine intelligente, spielerische Weise nachzudenken. Fragen wie: Wer ist diese White cube-gesteuerte Kunst? Was bedeutet sie, und was hat sie uns zu sagen? Ist sie ein anonymer Raum oder ein Objekt auf einer Bühne? Und, falls ja, erlaubt eine derartige Konfrontation immer noch ein sinnstiftendes Verhältnis zwischen Werk und Betrachter?

Ein gängiges Element in den Arbeiten ist die Figur des Betrachters. Dies wird in solchen klassischen minimalistischen Arbeiten wie Carl Andres ‘FeCuND’ (1986) offensichtlich, das zum ersten Mal seit der Eröffnung des Museums gezeigt wird, sowie Heimo Zorbernigs unbetitelte gespiegelte Wandarbeit von 1999 – aus der Sammlung für Moderne Kunst der Pinakothek der Moderne – die Besucher rahmenartig in das Bild setzt.

Cy Twombly: In the studio
Kurator: Achim Hochdörfer
Bis 26.08.2018

Schiff Ahoy – Contemporary Art from
the Brandhorst Collection’
Kuratorin: Patrizia Dander
Bis 23.04.2017

Museum Brandhorst
München, DE
www.museum-brandhorst.de

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.