“Fructus, Corpus und Phyllotaxus” – Skulpturen, Regen und Geschichte

Mediadaten 2017

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Foto: Mike Smallcombe

Drei riesige Skulpturen, ein wunderschönes Schloss mit einer dunklen Vergangenheit und ganz viel Regen – In dieser Kulisse weihte Künstler und sculpture network-Mitglied Peter Randall-Page am letzten Samstag, dem 11. November, seine drei neuen Skulpturen „Fructus, Corpus and Phyllotaxus” in der Nähe vom englischen Dorf Drewsteignton beim Schloss Drogo ein. Das antike Schloss, das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde und von einem großen Garten mit vielen Bäumen gesäumt ist, erwies sich als optimaler Ort für diese Einweihung. „Endlich konnte ich große Kunstwerke in meiner Heimat ausstellen. Ich wohne bereits 30 Jahre hier und hatte noch nie die Gelegenheit dazu“, sagte Peter Randall-Page. Aber die Nähe des Schlosses zu seinem Wohnort, war nicht das Einzige, was dem Engländer wichtig war. Er wollte an diesem historischen Ort, der von einer dunklen Vergangenheit geprägt ist, die stark mit dem ersten Weltkrieg in Verbindung steht, eine erfreuliche Wendung schaffen. Welches Datum wäre somit besser für diese Veranstaltung geeignet gewesen als der 11. November, an dem vor fast 100 Jahren der erste Weltkrieg endlich zu Ende ging.

Foto: Mandy Barber

Letzten Samstag versammelten sich rund 200 Gäste, um mit Peter Randall-Page die Einweihung seiner Skulpturen zu feiern. „Es war ein sehr schönes Fest. Trotz des schlechten Wetters kamen viele Freunde, Familie, Nachbarn sowie auch Gäste von weit her um meine Skulpturen zu sehen“, sagte Randall-Page. Er sah auch im schlechten Wetter gewisse Vorteile: „Aufgrund des Regens wirkten die nassen Steine sehr dunkel und auf jedem einzelnen Element der Skulpturen kam es zu schönen Reflexionen.“

Foto: Mike Smallcombe

Ungefähr 1,5 Jahre arbeitete der englische Künstler an “Fructus, Corpus und Phyllotaxus” bis er sie einweihte. Alle drei Skulpturen bestehen aus großem Kilkenny Kalkstein, haben eine Höhe von über 2,5 Metern und jede einzelne Figur wiegt mehr als 12 Tonnen. Da Kalkstein ein sedimentäres Gestein ist, wird es höchst selten in dieser Größe vorgefunden. Dies macht die Skulpturen einerseits einzigartig, andererseits sind sie dadurch auch sehr schwer zu transportieren. „Wir brauchten drei große Lastwagen, Kräne und sehr viel Personal, um die Figuren zu bewegen und installieren.“ Jede der drei Skulpturen zeigt auf unterschiedliche Art und Weise die Beziehung zwischen der Natur und mathematischen Grundsätzen. Peter Randall-Page war schon immer an der Natur und ihren Strukturen interessiert. Um diese zu verstehen, begann er sich mit der Geometrie und mathematischen Regeln auseinanderzusetzen. Dieses Wissen integrierte er in seine Werke.

Foto: Frances Gynn

In einer kurzen Rede erklärte Randall-Page die grundsätzlichen Ideen seiner Skulpturen. Fructus bezieht sich auf pflanzliche Formen und Strukturen. Der Fokus liegt auf der Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit reifer Früchte. Im Gegensatz dazu betont Phyllotaxus die elementaren Strukturen pflanzlicher Formen wie beispielsweise die Anordnung der Samen einer Sonnenblume oder eines Tannenzapfen. Über Millionen von Jahren haben sich diese Strukturen entwickelt und weisen heute eine hohe Effizienz für die Pflanzen auf. Die dritte Skulptur Corpus bezieht sich auf den Körper und sieht aus wie eine Spule oder Schlange, die sich mehrfach windet bevor sie zu ihrem Anfang zurückkehrt. Die Figur weckt verschiedene Assoziationen wie unter anderem an Eingeweide, Würmer oder die Hemisphären des Gehirn. Versuchen Sie einmal diese gewundene Spule in ihren Gedanken zu entwirren. Sie werden merken, dass das gar nicht so einfach ist, wie es anfänglich scheinen mag.

Die Skulpturen von Peter Randall-Page werden noch bis im August 2018 vor dem Schloss Drogo zu sehen sein. Es lohnt sich sicherlich, diesen großen Figuren sowie auch dem antiken Schloss einen Besuch abzustatten.

Bildergalerie

Foto: Mike Smallcombe
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Foto Mike Smallcombe
Foto: Mandy Barber
Foto: Mike Smallcombe
Foto: Frances Gynn
Foto: Mandy Barber
Foto: Frances Gynn
Foto: Mandy Barber
Foto: Mike Smallcombe
Foto: Mike Smallcombe

Peter Randall-Page
“Fructus, Corpus und Phyllotaxus” beim Castle Drogo
bis August 2018

 

 

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