„La via di un artista é fatta dalle sue conoscenze" Nag Arnoldi, 2016

Mediadaten 2017

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Von Christiane Tureczek, Februar 2017

Von Christiane Tureczek, Februar 2017

Der Schweizer Maler, Bildhauer und Lehrer Nag Arnoldi ist – 88jährig und voller Energie und Pläne - am vergangenen Samstag, 11.02.2017 in Lugano verstorben.
Geboren am 18. September 1928 in Locarno hat der weit gereiste, international renommierte Tessiner Künstler mit einem sämtliche Kontinente umfassenden Ausstellungsverzeichnis über fünfzehn Jahren in Mexiko gelebt, bevor er in den letzten Jahren sein Atelier in Comano bei Lugano einrichtete.
Schon als junger Mann pflegte er einen intensiven Austausch mit den Luganeser Künstlern der 50erJahre, wie Giuseppe Foglia, Carlo Cotti, Filippo Boldini und Antonio und Mario Chiattone. Nag Arnoldi - der sich selbst als Autodidakt bezeichnete – zeichnete und gestaltete seit mehr als sechzig Jahren. Nach Ausflügen in die Welt der Mode und des Theaters erkannte er schnell, dass es die Formgebung in der Skulptur war, die ihn faszinierte. Über den Verkauf seiner Zeichnungen, Keramiken und Arbeiten in Glas, Holz und Eisen konnte er sich ab ca. seinem 50. Lebensjahr voll der Skulptur in Bronze widmen – einer sehr kostspieligen künstlerischen Disziplin, wie er immer wieder betonte.

Nag Arnoldi hinterlässt ein umfangreiches skulpturales Werk, insbesondere bestehend aus den charakteristischen Tierskulpturen („Toro“, „Cavallo“, „Aquila“…), seinen spirituellen Arbeiten („La Via Crucis“, „La grande Luce“, „Requiem“), seinen „Guerreri“ (Kriegern) und „Torsi“. Das Werk von Nag Arnoldi ist getragen von seinem Drang nach Forschung und Innovation, dem Wunsch, seine Emotionen – ob kulturell oder physisch bedingt - zu komprimieren. Tier- und Menschenskulpturen sind geprägt vom Ausdruck des Leidens, erstarrt in der Bewegung, seine charakteristischen polierten Rundformen eingebettet in Risse und Brüche der Oberfläche - wodurch die Freisetzung von Energie ermöglicht wird („permette la nascità di energia“), wie der Künstler anlässlich eines Radiointerviews mit RSI (Radio Svizzera Italiana) 2016 ausführte. Nag Arnoldi‘s grosse Themen sind die Freiheit, humane Emotionen und die Suche nach dem Licht; seine Werke sind eine Hymne an die Hoffnung.

Seine beiden aktuellsten Ausstellungen:  „L’oro di Nag nella Bottega dell’Orafo“ in Mendrisio, in welcher sich der für seine monumentalen Arbeiten bekannte Bildhauer dem kleinen Format, bestehend aus elf in reinem Gold gearbeiteten Miniaturen, zuwandte – und gemeinsam mit Arnaldo Pomodoro in der Galeria d’Arte Giorgio Ghelfi in Varese zeigen eindrücklich, wie unermüdlich Nag Arnoldi seine Forschung vorantrieb. Aktuell arbeitete er an der für Mai 2017 vorgesehenen Ausstellung seines Werkes „Requiem“ in der durch die Architekten Tita Carloni und Angelo Martella wieder aufgebauten romanischen Kirche San Giovanni Battista aus dem 11./12. Jhdt. in Gnosca/TI.

Nag Arnoldi war sculpture network Mitglied seit 2015. 2016 empfing er uns zu einem lebhaften Dialog - organisiert von Stefano Pesce, Koordinator für Tessin und Norditalien - in seinem beeindruckenden Atelier in Cumano. Für start’17 am 29.01.2017 stellte er in Acquarossa/TI eine seiner berühmten „Toro“-Skulpturen sowie ein „Cavallo“ zur Verfügung. Im persönlichen Gespräch mit Organisatorin Christiane Tureczek, sculpture network Koordinatorin Schweiz, liess es sich der charismatische Künstler nicht nehmen, auf weniger anerkannte, für ihn jedoch wesentliche Weggefährten zu verweisen. Dabei strahlte Nag Arnoldi eine grosse Grosszügigkeit und Abgeklärtheit aus; die Liebe und das Verständnis für alle menschlichen Emotionen, die er in seinen Werken thematisierte, kennzeichnete auch die persönliche Begegnung mit dem Meister Nag Arnoldi.



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