Martin Puryear

Mediadaten 2017

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“Dinge oder Wesenszustände, ohne sie zu repräsentieren”

Martin Puryear,The Load, 2012 - Glenstone Museum, Potomac, MD - photo Christian David Erroi - courtesy Matthew Marks Gallery
“Dinge oder Wesenszustände, ohne sie zu repräsentieren”

Martin Puryear (USA, 1941) erforscht die menschliche Identität und Politik. Seine sorgfältig konstruierten Skulpturen bestehen aus einer Vielzahl verschiedener Materialien, oft aus Holz und sie sind vom Künstler selbst durch die Nutzung traditioneller Techniken angefertigt. Puryears Arbeitsmethoden sind ein eindeutiges Zeugnis seines tiefen Respekts vor geschickter Handwerkskunst und seiner tiefen Hochachtung vor den natürlichen Materialien, die er benutzt. Der Zugang des Künstlers zu seinen Materialien, seine Fähigkeit sowohl äußere als auch innere Räume zu definieren sowie eine ihm innewohnende Empfindsamkeit verbinden sich in Werken, die nicht nur mit Schärfe, Stärke und Zerbrechlichkeit gefüllt sind, sondern auch mit unterschwelligen Interpretationen unserer gemeinsamen Geschichte.

Martin Puryear,Big Phrygian, 2010-14 - photo Ron Amstutz - Glenstone Museum, Potomac, MD - courtesy Matthew Marks Gallery

Die Parasol Unit Foundation in London zeigt erstmals in einer öffentlichen Ausstellung Puryears Werke. Sie umfasst fast 40 Jahre der künstlerischen Laufbahn und zeigt über 30 Werke, darunter Skulpturen und Werke auf Papier. Im Erdgeschoss der Galerie sind großflächige Werke zu sehen, wie der Big Phrygian (2010-2014). Diese ca. 155 cm hohe zinnoberrote Skulptur aus Zedernholz erinnert and die konische Form einer phrygischen Kopfbedeckung. Die Menschen im antiken Osteuropa und in Anatolien trugen solche Hüte, die in der modernen Welt ein Inbegriff des Strebens nach Freiheit geworden sind.

Surrealer ist The Load (2010), eine hölzerne würfelförmige Struktur, die auf einer Achse montiert ist, die zwei hölzerner Räder verbindet. Dieser mobile Käfig oder Karren mit einer langen Achse, hat im Inneren einen einzelnen großen Augapfel, der nach hinten blickt. Jeder Betrachter, der durch das hölzerne Gitter in die dunkle Glaspupille schaut, wird seine eigene Reflektion im Käfig sehen.

Martin Puryear, Night Watch, 2011 - Glenstone Museum, Potomac, MD - photo Christian David Erroi - courtesy Matthew Marks Gallery

In der Galerie des ersten Stocks, trotzt Phrygian Spirit (2010-2014) dem negative Raum des phrygischen (Freiheits-) Hutes. Es handelt sich um eine Wandskulptur aus verschiedenen Materialien, vor allem ist sie aus gelbem Alaska-Zedernholz gefertigt. Im Kontrast zu der Zerbrechlichkeit dieses Ausstellungsstückes steht die unglaublich solide Eisenskulptur Shackled (2014). Sie erinnert an die Fesseln, die Sklaven trugen, als sie nach Amerika gebracht wurden. Einige Besucher werden dieses Werk mit Puryears kolossalem Big Bling (2015) in Verbindung bringen. Es handelt sich um eine über 12 m hohe mehrstufige, öffentlich kommissionierte Skulptur, die kürzlich im Madison Square Garden in New York ausgestellt wurde.

Auf der Freiterrasse des Parasol ist die fast 2,50 m hohe aufrüttelnde Bronzefigur Question (2013-2014) zu finden. Sie scheint wie eine glänzende, sich windenden Lakritzstange emporzusteigen und ist in einer bauchigen, kürbisartigen Form im Boden verankert.

Auch Drucken war immer schon Teil des Werks von Pruyear und eine Auswahl seiner Drucke sind in einer separaten Galerie im ersten Stock der Stiftung ausgestellt.

MARTIN PURYEAR
Bis 6.12.2017
Parasol unit foundation for contemporary art
London, UK

www.parasol-unit.org

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