Pello Irazu

Mediadaten 2017

Download PDF

Newsletter abonnieren

sculpture network veröffentlicht monatlich einen Newsletter auf deutsch und englisch.
Er informiert zu laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Skulptur in Europa und zu den Veranstaltungsreihen von sculpture network.

Newsletter abonnieren

Sollten Sie eine Auflage verpasst haben können Sie hier nachlesen.

An den verschwommenen Grenzen herkömmlicher künstlicher Kategorien entlanggleiten

Pello Irazu, Life Forms 304, 2003-12 ©FMGB Guggenheim Bilbao Museoa - photo Erika Barahona Ede ©VEGAP
An den verschwommenen Grenzen herkömmlicher künstlicher Kategorien entlanggleiten

Pello Irazu (geb. 1963 in Spanien) hat seit den Achtziger Jahren ein in sich stimmiges Werk geschaffen, das von einer Bandbreite an Skulpturen –  kleinformatige dreidimensionale Werke, aber auch wuchtige und hybride Objekte – bis hin zu Photographien, Zeichnungen und Wandgemälden reicht. Irazus Gesamtwerk untersucht intensiv die Probleme, die durch die vielschichtigen Verbindungen zwischen unseren Körpern, Gegenständen, Bildern und Räumen entstehen.

Das Guggenheim Museum Bilbao präsentiert Pello Irazu: Panorama, eine Retrospektive über die Erfolgsgeschichte eines der Erneuerer zeitgenössischer baskischer und spanischer Skulpturen.

1984 – 89 Die frühen Jahre

Diese Jahre sahen den Aufstieg dessen, was zeitgenössische Kritiker als „Neue Baskische Skulpturkunst“ bezeichneten. Künstler wie Pello Irazu, Txomin Badiola, Angel Bados, María Luisa Fernández und Juan Luis Moraza lehnten die einheimische Skulpturtradition ab und begannen das Werk von Jorge Oteiza aus zeitgenössischeren Perspektiven (wie Minimalismus, Postminimalismus und Konzeptuelle Kunst) neu zu betrachten.

Pello Irazu, The Land that Sleeps, 1986 - Soledad Lorenzo Collection loan to Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía ©VEGAP, 2017

In dieser frühen Phase etablierte Irazu einige Variablen, die seine ganze Laufbahn über erhalten bleiben sollten. Unter anderem entschied er sich, die Größe eines Kunstwerks seinen eigenen physischen Möglichkeiten anzupassen, so dass das Kunstwerk als Kondensator eines performativen Akts gelten könne. Er beschäftigte sich aber auch mit seiner wachsenden Nähe zum Minimalismus und zu Oteiza, jedoch stets von einer heterodoxen Warte aus.

Während dieser Jahre erschuf Pello Irazu Werke von intensiver Materialdichte, die eine räumliche Diskontinuität aufwerfen, wo immer sie ausgestellt werden. Farbe begann sein Werk vor allem in dicken Schichten auf Ölgemälden zu beeinflussen. Um es mit den Worten des Künstlers zu sagen: „Durch ihre verschiedene Räumlichkeit wird ein Widerspruch geschaffen zwischen dem Optischen (dem Auge) und dem Haptischen oder Taktilen.

Pello Irazu, Panorama 2017, exhibition view

1990 – 98 Neue Objekte – Das Häusliche
Nach einem kurzen Aufenthalt in London zog Irazu im Jahre 1989 nach New York und es begann eine Phase, die von der Vorstellung des Äußeren, des Externen, geprägt war: „denn das Entscheidende ist nicht der Abstand, der zwischen dir und dem, was du hinter dir lässt, entsteht, sondern die Tatsache, dass du selbst zu etwas Äußerem wirst.” Er erschuf Werke aus leichterem Material, das einfacher zu beschaffen war. Er nutze industrielle Materialien wie Sperrholz oder Plastik, mit ausdruckstarken Bearbeitungen und steten Anspielungen auf die häusliche Sphäre. Er erschuf Werke, die auf Architektur anspielen, die jedoch als reine Konstruktionen zu verschwinden scheinen und doch stets Symbole oder Anspielungen auf Haushaltsgegenstände aufweisen oder mit ihnen in Dialog treten.

Pello Irazu, Noli me tangere (mistrust), 2009 - Collection of the artist ©VEGAP, 2017

Er dekonstruierte Gegenstände, um sie auf eine unzusammenhängende Art wieder zusammenzufügen. Dadurch entstand ein Hauch von Entfremdung, was die Alltagsgegenstände und Materialien betraf. Irazu enthüllte die Spannung zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten. Diese Spannung ist in Photographien wie White St. (1992) und Switch (1997) intensiviert. Es sind Bilder eines privaten kreativen Prozesses, die einen Bezug zur Öffentlichkeit anstreben und mit anderen Werken des Künstlers in Zusammenhang stehen. Sie behandeln Räume und Wände wie trompe l'oeils oder öffnen Fenster auf eine Handlung, die in einem privaten Rahmen stattfindet.

1999 – Gegenwart

Im Jahr 2000, als Irazu zurück in Bilbao war, stellte er die Zeichen, die uns umgeben, in Frage. Dafür verwendete er Formen, die eine Bedeutung für den Zuschauer hatten, jedoch weit von ihren üblichen Referenzpunkten entfernt waren. Dadurch erschuf er gemischte Gefühle in Bezug auf Gewohntes, Zweideutiges und Fremdes.

Pello Irazu: Panorama
Bis 25.06.2017
Kuratorin: Lucía Aguirre

Guggenheim Museum

Bilbao, Spanien

www.guggenheim-bilbao.eus

Nur für Mitglieder

Dieser Bereich ist nur für eingeloggte Mitglieder zugänglich.

Noch kein Mitglied? Hier erfahren Sie mehr.