Sculto, die neue zeitgenössische Skulpturenmesse in Spanien

Mediadaten 2017

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Bildendes Programm: Daniel Catillejo, Museumsleiter Artium

Daniel-Castillejo, ARTIUM Museum Director - photo Gert Voor in’t Holt
Bildendes Programm: Daniel Catillejo, Museumsleiter Artium

Sculto entstand aus der Analyse zeitgenössischer künstlerischer Kontexte und aus der Neugier heraus, neue Wege zu suchen, um zeitgenössische Skulpturen auszustellen. Von 31.05. bis 04.06. wird La Rioja, ganz oben im Norden Spaniens, Gastgeber einer Menge internationaler spanischer Künstler sein, die durch ihre Galerien in der Stadt Logroño vertreten sind. Diese erste Auflage der Ausstellung richtet sich an in Spanien lebende Künstler, aber die Organisatoren planen bereits für kommendes Jahr eine zweite, internationale Ausstellung. Diese wird dann für Künstler und Galerien der ganzen Welt offen sein.

Das Würth Museum in La Rioja unterstützt das bildende Programm der Messe. Dieses beinhaltet drei Veranstaltungen zu zeitgenössischer Kunst sowie zu Themen rund um Skulpturen. Unter den eingeladenen Experten ist auch Daniel Castillejo, der Museumsleiter des Artiums. Er wird über zeitgenössische Skulpturen sprechen und wir möchten einen Ausschnitt aus seinem Manuskript mit all unseren Lesern teilen.

Fernando Sánchez Castillo, front; Jaime de la Jara, back left; Manolo Saiz, back right.

Wie kann eine Kunstmesse, die sich auf zeitgenössische Skulpturen spezialisiert hat, den zeitgenössischen Kunstmarkt beeinflussen?

Sie sollte den aktuellen Trend der Skulpturenbildung in der Kunst unterstützen und vorantreiben. Und sie sollte sich dazu verpflichten andere Disziplinen, die die Dreidimensionalität nutzen, zu ergänzen. Beispielsweise Bereiche wie Städteplanung oder Architektur.

Die Rezession scheint eine räumliche Dekonstruktion mit sich gebracht zu haben. Künstler haben nun den Drang, Raum zu ökonomisieren und weniger teure Materialien zu nutzen, wenn sie ihre Kunstwerke erschaffen. Öffentliche Räume bilden da eine Ausnahme, denn sie sind permanentes Diskussionsthema und das sollten sie auch sein. Die Stadt, der öffentliche urbane Raum, sollte neu gedacht werden. Dabei sollte das Konzept „Kreativität ergänzt Kreativität“ verwendet werden und nicht „Kreativität versteckt Kreativität“.

Von unserer Warte aus wird ARTIUM versuchen, den Beweis zu liefern, was an den Grenzen passiert, auf dem Grat zwischen Gegenwart und Zukunft. Das ist, um es so zu sagen, Zeitgenossenschaft.

Juan Muñoz, Broken Noses Carrying a Bottle #2, 1999 - photo Gert Voor in’t Holt - ARTIUM, Vitoria-Gasteiz

Was hat das Bestehen des ARTIUM Museums bisher für die Bewegung rund um zeitgenössischer Skulpturen bedeutet?

Die Skulptursammlung des ARTIUMS ist eine der größten aller spanischen Museen. Das liegt an der einfachen Tatsache, dass es eine der ersten war, die existierte. Das ist auch einer der Gründe, warum das Museumszentrum erbaut wurde: der Bedarf an Raum war hoch.

Die Sammlung im Baskischen Museumszentrum für zeitgenössische Kunst kann als ein lebender Körper bezeichnet werden, der sich aus den selben Nährstoffen speist, wie die Gesellschaft. Die Sammlung atmet dieselbe Luft und ist daher entweder aktiv oder schläfrig, abhängig davon, wie die Lebenszeichen der Gemeinschaft sind, die sie umgibt.

Aus diesem Grund hatte die Sammlung keine Bedenken, die Werke zeitgenössischer Künstler aufzunehmen, als sie ihre Reise in der Mitte der Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit Alavas Museum der Schönen Künste begann; dem Vater und der Mutter ARTIUMs. Nachdem mittlerweile geraume Zeit vergangen ist, sind die Hinweise auf die künstlerische Szene etwas verschwommen, so dass wir uns die Sammlung selbst ansehen müssen, um eine Erklärung zu erhalten. Sie zeigt uns, dass es eine fruchtbare Zeit für Skulpturen war.

CVA, Punto de vista, 1982 - photo Gert Voor in’t Holt - ARTIUM, Vitoria Gasteiz

Der Fülle an baskischen Avantgarde-Skulpturen von Oteiza, Chillida, Mendiburu, Basterretxea und vielen anderen, die in ihre Fußstapfen traten und nun ein Teil von ARTIUM sind, folgten jüngere Generationen, die diese Tradition für sich neu interpretierten und/oder diese übertrafen. Beispielsweise seien Badiola, Moraza, Irazu, Bados, Marisa Fernández, Elena Mendizábal und andere, oder auch die Neo-Pop Künstler Nagel sowie die Roscubas Brüder genannt.

Diesen Künstlern folgten weitere neo-konzeptuelle Künstler wie Asier Mendizábal, Ibon Aranberri, Iñaki Garmendia, Xabier Salaberria. Dazu verlief parallel die spanische Skulpturenbewegung und andere regionale Bewegungen. Beispiele hierfür sind Pablo Serrano, Martín Chirino, Perejaume, Francisco Leiro, Jordi Colomer, um nur ein paar einer langen Liste zu nennen.

Anfang der 1990er Jahre begann eine neue Ära, in der dreidimensionale Objekte beliebter als Skulpturen wurden. Auch die Installation entstand, die die ARTIUM Sammlung beeinflusste.

ARTIUM feiert 15-jähriges Jubiläum und zeigt gerade Liliana Porters erste Retrospektive in Spanien. Kuratorin ist Estrella de Diego. Die Retrospektive zeigt ihr Spiel mit Maßen, ihre unerwarteten Kombinationen und ihren Sinn für Ironie.

SCULTO
31.05.- 4.06.2017
Plaza de Abastos
Logroño, La Rioja, Spanien
sculto.es

ARTIUM
Baskisches Museumszentrum für Moderne Kunst
Vitoria-Gasteiz, Spanien
www.artium.org

Museo Würth La Rioja
Agoncillo, Spanien
www.museowurth.es

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