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Skulpturale Klangwerke, ein modernes mineralogisches Kabinett und ein historischer Rückblick auf eine der Skulpturen im öffentlichen Satdtraum

Julien Grossmann, Four and one ways to display and old Peruvian recording, 2011
Skulpturale Klangwerke, ein modernes mineralogisches Kabinett und ein historischer Rückblick auf eine der Skulpturen im öffentlichen Satdtraum

Julien Grossmann (Frankreich, 1983) transformiert auf kongeniale Weise Musikinstrumente und Sound-Equipment in Customs and Claims, seiner ersten Einzelausstellung in den Niederlanden. Er verwendet Tonaufnahmen des frühen 20sten Jahrhunderts bis heute und stellt Verbindungen zur Geschichte von Kultur und Globalisierung her.

Die Ausstellung ist eher ein Klangexperiment als ein visueller Anblick. Musikalische Fragmente, Tonleitern und Schlüssel sind die Grundzutaten, die Grossmann – sowohl in der Musik als auch der Bildenden Kunst ausgebildet – einsetzt, um Themen wie Kultur und Globalisierung anzusprechen. Die Zahl musikalischer Tonleitern der Welt, ist ebenso vielfältig wie die Zahl an Sprachen. Grossmann spielt mit der Macht des Klanges - seien sie noch so abstrakt – und ruft Assoziationen zu speziellen Orten und kulturellen Kontexten hervor.

Julien Grossmann, Kokin Slendro, 2010

Basierend auf der Idee, dass Klang ein immaterielles Zeugnis kultureller und wirtschaftlicher Dynamik ist – nutzt er Instrumente, die vor allem mit der Geschichte von Behauptungsfähigkeit und Emanzipation assoziiert werden.

Grossmann leiht sich Klänge, die zu kulturellen Klischees verkommen sind und arrangiert Songs, die globale Spannungen erschallen lassen. Er manipuliert und verzerrt Klänge, verändert die Tonalität von Instrumenten, und baut sich seine eigenen Abspielgeräte und Tonquellen. Dadurch schafft er Verbindungen und Gefühle, die in Zusammenhang mit bestimmten angenehmen und auch unangenehmen Klängen erscheinen. Er verbindet Klänge mit Materialien, die eine signifikante Wirkung auf weltweite kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen haben, wie z. B. das Öl. Parallel zu seinen Klanginstallationen, präsentiert Grossmann Werke, die die visuelle Kultur der globalisierten Wirtschaft untersuchen.

Giuseppe Licari, Migrants, 2016 - Schlak, 2017 Courtesy of the artist & Le Fonds Belval ©Giuseppe Licari

Schlak ist das jüngste Kapitel in Giuseppe Licaris Forschung über die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Wie ein Geologe auf einem der wichtigsten Gebiete zur Rohstoffgewinnung der Europäischen Stahlindustrie, sammelt Licari (Italien, 1980) die Steine, die nach dem Einschmelzen von Eisen bei 1535 °C als Rückstand verbleiben. Licari zeigt neben seiner Schlacken-Steinsammlung auch Bilder, die offenbaren, wie menschliche Aktivitäten eine komplett neue geologische Schicht geschaffen haben.

Seine Steinsammlung liest sich wie eine geologischer Bericht, der wirtschaftliche und soziale Prozesse bezeugt, die die heutige Landschaft geformt haben. Sie wirft aber auch Fragen auf: Was für eine zukünftige Umwelt bringt unser Mensch-gemachtes Schaffen mit sich? Was wollen wir über solch eine Umwelt wissen und nicht wissen?

Installation view Rotterdam Cultural Histories #10 Naum Gabo, Witte de With Center for Contemporary Art, 2017 - photo Aad Hoogendoorn

Neben Grossmanns und Licaris Untersuchungen, zeigt eine dritte Ausstellung im TENT eine Geschichte des größten konstruktivistischen Kunstwerkes von Naum Gabo, das je im öffentlichen Raum aufgestellt wurde.  In Auftrag gegeben von Van der Wal, dem Direktor des Bijenkorf-Kaufhauses, wurde die Skulptur vor dem ikonischen Gebäude von Marcel Breuer 1957 aufgestellt. 1948 war de Bijenkorf die erste niederländische Firma, die mit dem Sammeln von Kunst begann. Die Hauptabsicht bestand nicht darin, eine Sammlung anzulegen, sondern Künstler zu unterstützen. Unter den beauftragten Künstlern befanden sich Gerrit Rietveld, Henry Moore, Lucebert und Ossip Zadkine. 2011 wurden das Bijenkorf-Gebäude sowie das Kunstwerk zusammen zum nationalen Denkmal des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit erklärt.

In den letzten Jahren verfiel die Skulptur, und wird nun 2017 im Zusammenhang mit der Wiederentwicklung des Gebiets restauriert. In Erwartung dieser Restaurierung, werden im Rahmen von Rotterdam Cultural Histories #10, Vorentwürfe, Filmmaterial der Enthüllung sowie Dokumentationen über die Jahre durchgeführter Restaurationen von Gabos Skulpturen zu sehen sein.

Customs and Claims, Julien Grossmann
Schlak, Giuseppe Licari

Bis 14.05.2017

Rotterdam Cultural Histories #10: Naum Gabo
Bis 7.05.2017

TENT

Rotterdam, Niederlande
www.tentrotterdam.nl

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